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Köln, 1. März 2007
Mehr Transparenz bei kostenlosem Unterrichtsmaterial aus der Wirtschaft

schule-trifft-wirtschaft.de: Die Kompetenzplattform für Unterrichtsmaterial von Unternehmen für Schulen ist im Netz


Köln, 1. März 2007
: Erstmals können die knapp 670.000 Lehrerinnen und Lehrer an deutschen Schulen im Internet gezielt auf Informationen über das Angebot von Unterrichtsmaterial aus der Wirtschaft zugreifen.  Das Internet-Portal schule-trifft-wirtschaft.de ist seit dem Start der Kölner Bildungsmesse didacta 2007 online. Erste Reaktionen waren durchweg positiv: „War längst fällig“; „Wusste gar nicht, dass es so viel gibt.“;  „Durchblick hat bisher gefehlt“. Die überwiegend kostenfreien Angebote kommen aus bildungsrelevanten Gebieten wie Gesundheit, Verkehr, Umwelt und Technik. Zum Start steht ein Teil der Unterrichtseinheiten zur Verfügung. Mittelfristig soll das Angebot auf über 1.000 Einheiten wachsen.

schule-trifft-wirtschaft.de ist ein unabhängiges Projekt. Ins Leben gerufen hat es der Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Müller-Neuhof von der Universität Erfurt und Geschäftsführer der Complan Medien GmbH, Berlin, mit Unterstützung des Erziehungswissenschaftlers Prof. Dr. Hans Merkens von der Freien Universität Berlin, zugleich Gründungsdirektor der Erfurt School of Education. Förderer des Projekts sind die Deutsche Post und die Metro Group, die beide seit Jahren bewährtes und bekanntes Unterrichtsmaterial für Schulen herausgeben.

„Es gibt keinen Grund für Skepsis“

Lehr- und Lernmaterial ist teuer – und die öffentlichen Mittel dafür werden knapper. Zahlte der Staat 1991 noch rund 400 Millionen Euro für neue Schulbücher, so waren es 2006 nur noch 220 Millionen Euro, obwohl es heu-te eine Million Schüler mehr gibt als damals. Nach einer Studie von Studierenden der Universitäten Erfurt und Hamburg nutzen bislang rund 30 Prozent der Lehrer Material aus der Wirtschaft – obwohl 80 Prozent derjenigen, die es nutzen, den weiteren Einsatz ausdrücklich befürworten „Es gibt keinen Grund für die Skepsis, mit denen Lehrer privaten Bildungsangeboten immer noch gegenüberstehen“, sagt Prof. Merkens beim Pressegespräch anlässlich der didacta 2007 in Köln. Prof. Müller-Neuhof zufolge halten die Unternehmen „durchweg gute Angebote“ bereit: „Sie müssen mehr Abnehmer finden als bisher.“

Eine neue Partnerschaft für die Bildung

schule-trifft-wirtschaft.de versteht sich als Kompetenzplattform mit dem Ziel, das Beziehungsfeld zwischen Schule und Wirtschaft zu beleben. Denn Zwischenergebnisse aus der genannten Studie an den Universitäten Erfurt und Hamburg haben gezeigt, dass

  • die Wirtschaft teilweise viel Geld – eine halbe Millionen Euro pro Unter-richtseinheit sind keine Seltenheit – ausgibt, um gute Unterrichtsmaterialien produzieren zu lassen, diese sich dann aber zuhauf in den Lagern stapeln oder auf dem Server bleiben, weil viel zu wenig Pädagogen davon wissen.
  • in Kreisen der Wirtschaft das Thema Schule – gerade bei der Unterstützung mit Unterrichtsmaterialien – immer noch als Geheimsache betrachtet wird. Es gibt kaum Austausch oder Erfahrungsberichte.

schule-trifft-wirtschaft.de
will das Miteinander von Schule und Wirtschaft fördern, damit beide voneinander profitieren können. „Wir wollen eine neue Partnerschaft für die Bildung“, sagt Prof. Müller-Neuhof. „Die Schulen bekommen qualifiziertes Material, ohne dafür zahlen zu müssen. Und die Unternehmen knüpfen Beziehungen zur Jugend.“ Das lohne sich langfristig für die Firmen – ob sie nun Interesse an Nachwuchs-Personal hätten (Recruitment) oder die Kontakte zur Kundengewinnung oder Kundenbindung nutzten.
 
Qualitätssiegel bürgt für Niveau des Angebots

Für die neue Partnerschaft entscheidend ist Prof. Merkens zufolge, welche Standards die Angebote erfüllten. „Die Unterrichtsmaterialien müssen sich thematisch und qualitativ auf dem aktuellen Stand der Anforderungen der Schulen bewegen, reine Werbung hat im Unterricht nichts zu suchen.“ Damit die Lehrer hier sichergehen können, soll ein Qualitätssiegel entwickelt werden, das für das didaktische Niveau bürgt. Prof. Merkens: „Unternehmen erhalten die Möglichkeit, ihre Unterrichtsangebote auf freiwilliger Basis möglichst vor der Veröffentlichung von Experten, die wir auswählen und einladen werden, beurteilen und bewerten zu lassen. Das Ergebnis der Qualitätsprüfung kann das Unternehmen dann auch in der Werbung für sein Angebot einsetzen.“

Qualitätsförderung und Qualitätskontrolle steht auch im Mittelpunkt der weiteren Aktivitäten des Projekts. So sollen Tagungen und Seminare den Dialog zwischen Schulen und Wirtschaft in Schwung bringen. Zur didacta 2008 in Stuttgart wird ein Preis für die besten Neuerscheinungen von Lehrmaterial aus Unternehmen ausgelobt. Langfristig ist angestrebt, eine feste Einrichtung an der Erfurter Universität zur wissenschaftlichen Begleitung dieses Wirtschafts-Engagements in den Schulen zu schaffen.
 
Es kann losgehen!

schule-trifft-wirtschaft.de macht es Lehrern leicht. Nach Auswahl von Schultyp, Klassenstufe und Schulfach oder nach Stichwortsuche listet die Online-Datenbank passende Angebote auf. Die Erfassung der Kontakt- und Bestelldaten der Lehrer erfolgt direkt durch den jeweiligen Anbieter.
Besonders interessierte Lehrer können sich ab sofort bei www.schule-trifft-wirtschaft.de kostenlos registrieren. Das Portal informiert sie per E-Mail über alle Neuerscheinungen und Neuauflagen von Unterrichtsmaterialien für ihre Schulfächer. Unternehmen können ihre Unterrichtsangebote mit wenig Auf-wand in die Online-Datenbank nach vorheriger Anmeldung selbst eintragen, jederzeit ändern und bei Bedarf auch wieder löschen. Dank einer Anschubfinanzierung durch die Deutsche Post und die Metro Group ist dieser Service bis auf weiteres kostenfrei.
 
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